Persönliche Entwicklung

Seit wann sind wir zu klein, um Fragen zu stellen?

Valon Asani · · 1 Min. Lesezeit

Seit wann sind wir zu klein, um Fragen zu stellen?

Ich kritisierte den Berliner Flughafen. In einer Antwort hiess es, Deutsche machten keine Fehler. Der Flughafen funktioniere für andere Menschen. Wir seien zu klein, um die Deutschen zu belehren oder zu kritisieren.

Zu klein.

Genau da lohnt es sich, hinzuschauen.

Du kannst meiner Kritik am Flughafen widersprechen. Nach Belegen fragen. Mir zeigen, wo ich falschliege. Darüber können wir reden.

Aber was hat meine albanische Herkunft damit zu tun, ob eine Frage berechtigt ist?

An diesem Punkt haben wir den Flughafen hinter uns gelassen. Es geht darum, wie viel wir uns selbst erlauben: zu denken, zu fragen, eine Stimme zu haben.

Ich respektiere Menschen, die mehr wissen als ich. Von ihnen lässt sich viel lernen. Aber von jemandem zu lernen verlangt nicht, sich unter ihn zu stellen.

Wenn mein Argument falsch ist, korrigiere es. Wenn deines besser ist, zeig mir warum.

Das geht, ohne eine Nationalität für unfehlbar und eine andere für unfähig zu erklären, Fragen zu stellen.

Darum ging es mir, als ich über das Gefühl sprach, weniger wert zu sein als andere. Sobald du jemandem allein aufgrund seiner Herkunft automatisch recht gibst, machst du dich kleiner, bevor das Gespräch überhaupt beginnt.

Sei bereit zu lernen. Sei bereit, falschzuliegen.

Aber hör auf, um Erlaubnis zum Denken zu bitten.

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