Im August 2021 schrieb ich darüber, Verantwortung für ein Projekt, eine Aufgabe und sich selbst zu übernehmen. Es ging mir nicht darum, Besitztümer anzuhäufen. Am Ende stand der Gedanke, der das Thema greifbar macht: zum eigenen Wort stehen und die Person sein, die man zu sein behauptet.
Wie sieht Verantwortung praktisch aus?
Ein Titel oder eine Absicht macht Verantwortung noch nicht klar. Es hilft, die konkrete Arbeit zu benennen. Ein illustratives Beispiel, kein Vorfall aus meinen Unternehmen: «Ich schicke den ersten Entwurf am Donnerstag» ist eine verständliche Zusage. «Ich nehme das ernst» lässt Aufgabe und Termin offen.
Wenn der Entwurf später kommt, gehört es zur Verantwortung, das mitzuteilen und den nächsten Schritt abzusprechen. Dann gibt es etwas Konkretes zu korrigieren, statt eine Identität zu verteidigen.
Die eigene Identität und fremde Erwartungen
Der ursprüngliche Text beschrieb auch die Spannung zwischen dem eigenen Selbstbild und den Erwartungen anderer. Ich verband sie mit Verlässlichkeit: Passen meine Handlungen zu der Person, die ich zu sein behaupte?
Diese Frage kann ich auf meine eigenen Zusagen anwenden. Sie belegt nicht, dass ich alle Umstände kontrolliere oder dass die Schwierigkeiten eines anderen Menschen dessen Schuld sind.
Das Buch hinter dem Verweis
Ich verwies auf Extreme Ownership von Jocko Willink und Leif Babin. Der Verlag beschreibt ein Führungsbuch, das Lehren aus ihrer militärischen Erfahrung zieht. Mein Artikel ist eine persönliche Reflexion, keine Zusammenfassung sämtlicher Argumente des Buches.
Um den Gedanken anzuwenden, wähle eine offene Zusage. Notiere die Handlung, wer darauf wartet und wann du dich zurückmeldest. Beginne dort.
Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung ist die Lernvereinbarung mit einer Rückmeldung nach zwei Wochen, wenn jemand mich um eine Stelle bat.



