Wiederholte Enttäuschung lädt mich ein, mehrere Erfahrungen zusammen anzuschauen. Ich möchte das Muster verstehen, bevor ich denselben Versuch nochmals beginne.
Eine Enttäuschung tut weh. Wenn dieselbe Art immer wiederkommt, möchte ich auch das Muster anschauen. Was erwarte ich? Übersehe ich dabei etwas? Und was kann ich anders entscheiden?
Ein schwieriges Gespräch oder ein enttäuschendes Ergebnis erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Betrachte mehrere Versuche. Was hast du angesprochen? Welche Vereinbarung habt ihr getroffen? Was geschah danach? Gab es erkennbare Veränderungen oder lediglich ein weiteres Versprechen?
Notierte Beobachtungen können helfen, darüber zu sprechen. Bleib bei dem, was du weisst, statt die Motive eines anderen Menschen zu erraten.
Möchtest du nochmals versuchen, benenne, was anders sein muss und was in deiner Hand bleibt. Hinter einem weiteren Versuch sollte mehr stehen als die Hoffnung, dass dieselben Bedingungen plötzlich ein anderes Ergebnis bringen.
Du darfst dich auch fürs Aufhören entscheiden. Dafür musst du nicht beweisen, dass die gesamte Erfahrung wertlos war. Vielleicht hast du gelernt, was dir wichtig ist, was du früher aussprechen möchtest oder wo eine Grenze hingehört.
Im Begleittext nenne ich Enttäuschung eine Lektion statt einer Strafe. Nützlich wird eine Lektion durch das, was du mitnimmst. Gib diesem Teil mehr Aufmerksamkeit als dem Versuch, einen bestimmten Ausgang zu erzwingen.