Es macht einen Unterschied, wen du nahe an dich heranlässt. Für mich geht Intimität über das Körperliche hinaus. Sie verdient eine Entscheidung, zu der ich auch danach stehen kann.
Wenn ich von «Energie» spreche, drücke ich diese spirituelle Sicht aus. So beschreibe ich die Bedeutung davon, jemanden nahe an mich heranzulassen. Das ist keine medizinische Erklärung dafür, wie Trauma funktioniert. Die praktische Frage dahinter ist einfach: Mit wem möchtest du diesen Teil deines Lebens teilen?
Wenn du dir Zuneigung, Verbindlichkeit oder eine feste Beziehung wünschst, gib diesem Wunsch im Gespräch Platz. Darauf zu hoffen, dass körperliche Nähe von selbst die gewünschte Beziehung entstehen lässt, lässt eine wichtige Frage offen.
Frage auch die andere Person, was sie möchte. Ihre Antwort kann anders ausfallen. Diesen Unterschied zu kennen hilft euch beiden, eine klarere Entscheidung zu treffen.
Eine Grenze kann das Tempo, die Privatsphäre oder die Art der Beziehung betreffen, auf die du dich einlassen möchtest. Du kannst Nähe wollen und trotzdem mehr Zeit brauchen. Du kannst jemanden mögen und feststellen, dass eure Erwartungen nicht zusammenpassen.
Halte vor einer Entscheidung kurz inne: Wähle ich das, weil ich es möchte, oder weil ich Angst habe, die Aufmerksamkeit dieser Person zu verlieren? Nimm die Frage ernst. Erlaube dir auszusprechen, was sich für dich richtig anfühlt und was nicht.
Für mich gehört ein bewusster Umgang mit Intimität zur Selbstachtung. Deine Entscheidungen sollen deinen eigenen Werten entsprechen, mit Ehrlichkeit und gegenseitigem Einverständnis. Nähe verdient diese Aufmerksamkeit.