Keine Respektlosigkeit. Keine doppelten Massstäbe. Kein «Für dich gilt es, für mich nicht». Das ist die Botschaft dieses Beitrags. Es geht mir um wiederholtes Verhalten, das wir immer wieder entschuldigen, während wir von uns selbst noch mehr Geduld verlangen.
Dem Wort Respekt lässt sich leicht zustimmen. Aussagekräftiger wird es im Alltag: eine Vereinbarung einhalten, ein Nein hören oder der anderen Person dieselbe Freiheit zugestehen, die man selbst erwartet.
Benenne den Unterschied, statt über ein Etikett zu streiten
Wähle ein konkretes Beispiel. Erwartet jemand sofortige Antworten von dir, behandelt deine Zeit aber als unwichtig, sprich diesen Unterschied an. Bleibe beim Geschehen und bei dem, was du brauchst. Du musst niemandem eine Diagnose geben, um ein Verhalten zu hinterfragen.
Frage anschliessend, ob die Erwartung gegenseitig gilt. Können beide widersprechen, Raum verlangen oder einen Plan mit derselben Rücksicht ändern? Gegenseitigkeit bedeutet nicht, dass jede Aufgabe identisch sein muss. Sie bedeutet, dass sich niemand vom grundlegenden Respekt ausnimmt.
Formuliere eine Grenze, die du umsetzen kannst
Eine Grenze lässt sich schlicht ausdrücken: «Ich möchte darüber sprechen. Wenn wir einander beleidigen, beende ich das Gespräch.» Das ist ein Beispiel für eine Handlung, die du kontrollierst, statt für das Versprechen, das Verhalten eines anderen Menschen ändern zu können.
Achte darauf, was danach passiert. Ändert sich etwas, oder landet ihr jedes Mal bei derselben Erklärung? Mein Punkt ist deutlich: Ein Platz in deinem Leben ist keine Erlaubnis für wiederholte Respektlosigkeit. Du kannst das ernst nehmen, ohne jede Meinungsverschiedenheit zu einem Urteil über den ganzen Menschen zu machen.