Ein Zuschauer schrieb, Albaner aus Kosovo müssten sich nicht in das einmischen, was in Albanien geschehe. Er wünschte beiden Seiten alles Gute, meinte aber, Kosovo-Albaner sollten sich heraushalten. Ich reagierte heftig, weil ich die Vorstellung ablehne, ihre Anliegen hätten nichts mit uns zu tun.
Die Identität hinter meiner Antwort
Im Video bestand ich darauf, mich als Albaner zu verstehen. Ich widersprach der Verwendung von «Kosovar» als einer eigenständigen nationalen Identität, die uns von den Albanern in Albanien trennt. Das ist meine Haltung zur Zugehörigkeit: Aus Kosovo zu kommen macht das Leben der Menschen in Albanien für mich nicht bedeutungslos.
Mein konkreter Appell galt der Solidarität. Ich sprach davon, Menschen zu unterstützen, auch online, statt ihnen zu sagen, sie sollten ihre Probleme allein lösen. Zugleich unterschied ich zwischen Helfen und dem Begehen von Vandalismus. Im Kern ging es mir um die Anteilnahme aneinander.
Kontext: Identität und Staatsbürgerschaft
Redaktioneller Kontext: Dies ist ein persönliches Argument zur albanischen Identität, keine rechtliche Definition von Kosovos Bevölkerung. Kosovos Verfassung beschreibt die Republik in Artikel 1 als Staat ihrer Bürger und in Artikel 3 als multiethnische Gesellschaft aus Albanern und weiteren Gemeinschaften. Die gemeinsame albanische Identität ist hier nicht als Behauptung zu verstehen, alle Staatsbürger Kosovos seien ethnisch albanisch.
Originalbeitrag · 2026-10-22