Ein 21-Jähriger schrieb mir, nachdem er eine Zeit lang in Kroatien gelebt hatte. Er überlegte, mit rund 15.000 Euro Ersparnissen in den Kosovo zurückzukehren und eine Geschäftsidee auszuprobieren, die ihn seit Monaten beschäftigte. Er wollte meine Meinung: Sollte er es versuchen?
Meine Antwort war ermutigend. Ich wollte ihm zeigen, dass Ausprobieren, Fehler und Lernen zum Aufbau von etwas Eigenem gehören können. Über seine Geschäftsidee wusste ich nicht genug, um ihre Erfolgsaussichten zu beurteilen.
Wie mein eigener Anfang wirklich aussah
In meiner Antwort erinnerte ich mich daran, wie ich mit 21 allein nach China reiste, um in eine Fabrik zu investieren. Meine Formulierung führte zu einer weiteren Frage: Wie hatte ich mir das leisten können?
Im Folgevideo erklärte ich, dass ich Anteilseigner geworden war und geliehenes Geld eingesetzt hatte. Ich war nicht mit grossen Ersparnissen in den Kosovo gekommen. Nach meiner Informatiklehre in Zürich begann ich mit 3.000 Franken Ersparnissen. Später kehrte ich in die Schweiz zurück, arbeitete als IT-Projektmanager am Flughafen Zürich und nahm Kredite auf.
Diese Verpflichtungen setzten mich unter Druck. Im Video beschrieb ich, wie dieser Druck meinen eigenen Antrieb beeinflusste. Ich sagte aber auch ausdrücklich, dass mein Weg nicht für alle der richtige war. Hier ist das Folgevideo über meinen Start.
Ermutigung ist keine Garantie
Die 15.000 Euro des Zuschauers und meine 3.000 Franken gehören zu unterschiedlichen Geschichten. Diese Beträge entscheiden nicht darüber, ob ein Unternehmen funktioniert. Meine Erfahrung erklärt, warum ich ihn zum Versuch ermutigte; sie nimmt ihm seine Entscheidung nicht ab.
Weitergeben wollte ich die Bereitschaft, anzufangen und aus Rückschlägen zu lernen. Meine Schulden zu kopieren, war nicht die Botschaft.
Originalbeitrag · 2026-10-18