Ich brach mir beim Padel den Arm. Es ging um den letzten Punkt, ich lief dem Ball hinterher und prallte gegen ein Metallteil am Spielfeld. In meinem Video sechs Wochen später erzählte ich von dem Bruch und meiner Ungeduld danach.
Wir wollten gerade für einen Monat durch Europa reisen. Ich fuhr mit dem Arm im Gips los. Auf diese Reise mit meinen Freunden hatte ich mich gefreut. Nun kam der Gips eben mit.
Die Frage, die ich mir immer wieder stellte
Beim Beten und Meditieren fragte ich mich, was ich daraus lernen konnte. Meine Antwort war unbequem: Ich versuchte, zu viele Dinge zu erzwingen, bevor ihre Zeit gekommen war.
Ich konnte mir wünschen, dass mein Arm schneller heilte. Ich konnte jeden Tag ungeduldig sein. Beides machte ihn nicht nach meinem Zeitplan gesund. Als ich das Video aufnahm, konnte ich die Stütze ablegen und mit der Physiotherapie beginnen. Das war meine Erfahrung mit dieser Verletzung, kein Heilungszeitplan für andere.
Auch Einsatz hat Grenzen
Ich verband diese Erfahrung mit anderen Dingen, die ich nicht allein durch stärkeres Wollen beschleunigen kann. Seelische Heilung. Eine Idee, die reift. Menschen, die Zeit brauchen, um etwas zu verstehen.
Ich betrachte das durch meinen Glauben, als Lektion über den richtigen Zeitpunkt. Diesen Sinn fand ich in dem, was mir passiert war. Der Gips machte eine praktische Tatsache unübersehbar: Ich konnte weiterleben und reisen, aber nicht jeden Teil des Prozesses bestimmen.
Für jemanden, der gerne vorwärtsdrängt, war genau dieses Akzeptieren die eigentliche Lektion.
Originalbeitrag · 2026-10-22